Lieferketten, Cyberrisiken und steigende Ausfallrisiken

30.06.2026

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben auch 2026 herausfordernd. Geopolitische Spannungen, volatile Energiepreise, fragile Lieferketten und zunehmende Cyberrisiken setzen Unternehmen branchenübergreifend unter Druck. Gleichzeitig steigen Finanzierungskosten und Insolvenzen weltweit wieder an. Für Unternehmen wird es daher immer wichtiger, Risiken frühzeitig zu erkennen und ihre Liquidität sowie ihre digitale Widerstandsfähigkeit gezielt abzusichern.

Unsicherheit wird zum Dauerzustand

Globale Krisen wirken direkt auf Unternehmen

Internationale Konflikte, Handelsbarrieren und volatile Rohstoffpreise wirken sich heute schneller denn je auf Unternehmen aus. Was früher oft als entferntes geopolitisches Thema galt, zeigt mittlerweile direkte Auswirkungen auf Einkauf, Produktion, Lieferfähigkeit und Zahlungsströme.
Laut Coface belastet insbesondere die angespannte Lage im Nahen Osten zentrale Handels- und Energierouten. Die Straße von Hormus, über die rund 30 % der weltweiten Öltransporte laufen, gilt aktuell als kritischer Unsicherheitsfaktor. Gleichzeitig steigen Transportkosten, Versicherungsprämien und Rohstoffpreise deutlich an.
Auch Allianz Research weist darauf hin, dass bereits kurzfristige Unterbrechungen bei Energie- und Logistikströmen erhebliche Auswirkungen auf Inflation, Lieferketten und Unternehmensfinanzierungen haben können. Besonders problematisch seien steigende Transport- und Finanzierungskosten sowie Unsicherheiten in globalen Handelsketten.
Für Unternehmen bedeutet das: Risiken treten heute oft gleichzeitig auf. Verzögerungen in Lieferketten, höhere Betriebskosten, längere Zahlungsziele und schwächere Nachfrage können Unternehmen schnell finanziell belasten.

Digitalisierung schafft neue Abhängigkeiten

Cyberrisiken werden zum wirtschaftlichen Faktor

Parallel dazu wächst die Abhängigkeit von digitalen Systemen und globalen Technologien. Atradius bezeichnet die Electronics-/ICT-Branche 2026 weiterhin als eine der weltweit am stärksten wachsenden Industrien – getrieben durch KI, Digitalisierung und Automatisierung. Gleichzeitig warnt der Bericht jedoch vor zunehmenden Risiken durch geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und Engpässe bei Halbleitern.
Gerade die steigende Vernetzung bringt neue Verwundbarkeiten mit sich. Lieferketten sind heute nicht nur physisch, sondern auch digital miteinander verbunden. Fällt ein IT-Dienstleister aus, kommt es zu einem Cyberangriff oder entstehen Engpässe bei kritischen Technologien, können ganze Prozesse stillstehen.
Atradius nennt insbesondere die starke Abhängigkeit von Halbleitern, Cloud-Infrastrukturen, Rechenzentren und digitalen Technologien als zentralen Faktor für die weitere Entwicklung der Industrie.
Cyberrisiken entwickeln sich dadurch zunehmend auch zu einem wirtschaftlichen Risiko. Betriebsunterbrechungen, Datenverluste, Erpressungsversuche oder Ausfälle bei externen Dienstleistern wirken sich oft direkt auf Umsatz, Liquidität und Lieferfähigkeit aus. Gerade Cyberangriffe führen heute nicht mehr nur zu IT-Problemen, sondern zunehmend zu finanziellen Schäden und operativen Stillständen.

Insolvenzen nehmen wieder zu

Vernetzte Wirtschaft erhöht das Risiko

Coface beobachtet weltweit einen deutlichen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen. Gründe dafür sind unter anderem steigende Zinsen, sinkende Margen, höhere Energie- und Rohstoffkosten sowie die weiterhin fragile wirtschaftliche Entwicklung in vielen Märkten.
Hinzu kommt, dass Unternehmen heute stärker international vernetzt sind. Gerät ein wichtiger Kunde, Lieferant oder Technologiepartner in finanzielle Schwierigkeiten oder fällt durch einen Cybervorfall aus, kann dies schnell Auswirkungen auf die gesamte Wertschöpfungskette haben.

Liquidität und Stabilität schützen

Kreditversicherung und Cyberversicherung als Sicherheitsbausteine

In diesem Umfeld wird professionelles Risiko- und Forderungsmanagement immer wichtiger. Unternehmen müssen nicht nur ihre Lieferketten im Blick behalten, sondern auch die Bonität und Stabilität ihrer Geschäftspartner sowie ihre eigene digitale Resilienz laufend überprüfen.
Eine Kreditversicherung kann dabei helfen, finanzielle Risiken gezielt abzusichern. Sie schützt Unternehmen vor Forderungsausfällen, unterstützt bei der Bonitätsprüfung von Kunden und schafft mehr Planungssicherheit – insbesondere in wirtschaftlich volatilen Zeiten.
Ebenso gewinnt die Cyberversicherung zunehmend an Bedeutung. Sie unterstützt Unternehmen dabei, finanzielle Folgen von Cyberangriffen, Betriebsunterbrechungen, Datenverlusten oder Cyber-Erpressung abzufedern und schnelle professionelle Hilfe im Ernstfall zu erhalten.
Gerade bei internationalen Geschäftsbeziehungen, längeren Zahlungszielen oder komplexen Liefer- und IT-Strukturen werden sowohl Kreditversicherung als auch Cyberversicherung zu wichtigen Instrumenten moderner Unternehmenssicherheit.

Stabilität wird zum Wettbewerbsvorteil

Risiken frühzeitig erkennen und absichern

Die aktuellen Entwicklungen zeigen deutlich: Wirtschaftliche Risiken entstehen heute oft außerhalb des eigenen Unternehmens – wirken sich aber direkt auf die eigene Stabilität aus. Umso wichtiger ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen und aktiv abzusichern.
Assiconsult unterstützt Unternehmen dabei, Ausfallrisiken besser einzuschätzen und individuelle Lösungen zur Absicherung von Forderungen, Liquidität und Cyberrisiken zu entwickeln.